Die St. Valentinskirche steht mitten im alten Dorfkern von Daxlanden, ist die älteste Kirche im Dekanat Karlsruhe und die älteste Kirche in Daxlanden. Und doch ist sie die bereits vierte Kirche der Daxlander. Erbaut wurde das Gotteshaus von 1713 – 1715 nach den Plänen des baden-badischen Baumeisters und Architekten (Johann) Michael Ludwig Rohrer, der u.a. auch für das Schloss Favorite verantwortlich zeichnet.
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Seit 1651 hatten die Daxlander auf den Neubau ihrer Dorfkirche warten müssen. In jenem Jahr hatten sie bei einem katastrophalen Rheinhochwasser nicht nur zum zweiten Mal ihre Kirche verloren, sondern mussten den Verlust ihres gesamten Dorfes beklagen und dieses weiter nordöstlich neu aufbauen. Bis zum Neubau der Kirche hielten die Daxlander ihre Gottesdienste in einem zuletzt völlig baufällig gewordenen Bauernhaus ab. Rohrer erstellte drei Pläne, von denen der mit dem kleinsten Umfang zur Ausführung kam. Es entstand eine barocke Saalkirche mit polygonalem, von einer flachen Tonne überwölbtem Chor. Am 16. Juni 1715, einen Tag vor der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlossturms, wurde die St. Valentinskirche durch den Weihbischof von Speyer, Peter Cornelius von Beyweg, geweiht. 1756 ersetzte Peter Ernst Rohrer die Turmlaterne durch einen Turmhelm und 1835 war eine Verlängerung des Saales um zwei Fensterachsen nach Westen erforderlich. Hierfür zeichnet Ludwig Weinbrenner, ein Neffe des berühmten Friedrich Weinbrenner verantwortlich.

Ältestes Ausstattungsstück der Kirche aus der barocken Zeit ist die Kanzel. Sie dürfte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon bei der Einweihung der Kirche 1715 vorhanden gewesen sein. Die drei barocken Altäre (um 1760) stammen aus dem Kapuzinerkloster in Baden-Baden und wurden im Rahmen der Säkularisation 1807 übernommen. Das Bild des Hochaltars zeigt die Dornenkrönung Jesu (Anlehnung an Tizian). Auf dem Altarblatt des Marienaltars ist Maria auf der Mondsichel, umrahmt von
vielen Engelsköpfen zu sehen, in dem Bild darüber die heilige Klara mit einer Monstranz. Der Antoniusaltar rechts zeigt den hl. Antonius als Franziskaner mit dem Jesuskind, das kleine Bild darüber den seligen Bernhard von Baden, Patron der Markgrafschaft Baden-Baden und des Erzbistums Freiburg.

Der von Hoforgelbaumeister Ferdinand Stieffell 1789 gefertigten Brüstungsorgel mit rechtsseitigem Spieltisch kommt innerhalb der Orgelgeschichte Badens eine besondere Bedeutung zu. Nur 3 solcher Orgeln hat Stieffell gebaut. Das Gehäuse aus Eichenholz ist mit reichen Ornamenten, Akanthus mit Lorbeer- und Eichenlaubranken, durchsetzt und heute weiß-gold gefasst. In der mittleren Bekrönung ist ein Reliefmedaillon mit männlichem Porträt zu sehen.

Das ursprünglich außen am Chor angebrachte Kruzifix aus dem 15. Jahrhundert befindet sich jetzt an der Westwand im Innern der Kirche.

Manfred Fellhauer