Im Jahre 1759 wurde die Maria-Hilf-Kapelle in der Durmersheimer-Straße erbaut. Die Jahreszahl wurde 1759 wurde in den Schlussstein des Türbogens eingemeißelt. 1769 bekam das Kirchlein eine Glocke. Diese zersprang 1790. Ein Ersatz wurde aus der Glashütte in Rotenfels nach Karlsruhe gebracht. Im Jahr 1792 wurde ein Kruzifix an der Frontseite hinzu gestiftet.

Durch die damals wichtige Süd-Nord-Verbindung und den Bau der Kleinbahn „Lobberle“ im Jahr 1890, die von der Kapellenstraße nach Durmersheim direkt an der Kapelle vorbeifährt, wird die Kapelle immer mehr zum Verkehrshindernis, da sie auch in den Gehweg der Landstraße hineinragt.

Einhundertfünfzig Jahre war diese Kapelle der kirchliche Mittelpunkt der Gemeinde bis 1909 die Notkirche in der Zeppelinstraße errichtet wurde. Danach wurde die Kapelle nur noch als „Abstellraum“ der städtischen Arbeiter genutzt und die Kapelle verfällt zusehends. Stimmen nach dem Abriss der Kapelle werden laut.

Die Stadt zeigt kein Interesse die Kapelle zu erhalten. Kommerzienrat Robert Sinner bemühte sich nachdrücklich um die Rettung der Kapelle und um deren weitere liturgische Nutzung. Seine katholische Mutter war als Tote in der Kapelle aufgebahrt. Sie galt als Wohltäterin und hat der Gemeinde viel Gutes getan. So spendete sie u.a. die gotischen Altäre in der 1909 errichteten Notkirche. Im Jahr 1913 einigten sich die Stadt und Robert Sinner darauf, die Kapelle abzutragen und an der heutigen Stelle an der Alb wieder zu errichten. Die Kosten übernimmt Dr. Robert Sinner, Eigentümerin bleibt weiterhin die Stadt Karlsruhe. Die Benediktion erfolgte 1914 durch Dekan Knörzer.

Am 4. Dezember 1944 wurde die Albkapelle durch Sprengbomben stark beschädigt. Freiwillige beseitigten die Schäden und ein Stuttgarter Künstler malte die Kapelle aus.

Die Stadt Karlsruhe veranlasste 1953 eine Sanierung. Nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten erfolgte an Fronleichnam die Segnung der Kapelle. Die Familie Eugen Pfeifer stiftete eine neue, von der Firma Metz und Bachert in Karlsruhe gegossene Glocke mit der Inschrift „Friedenskönigin bitte für uns“. Bildhauer Bruno Nitschke gestaltete zur Erinnerung an die Gefallenen und Zivilopfer der beiden Weltkriege zwei Gedenktafeln mit deren Namen die im Inneren der Kapelle zu sehen sind. An den Seitenwänden befinden sich Reliefplastiken von St. Antonius und St. Michael.

Ende April 1977 entwendeten Diebe das Altarbild mit Maria und dem Jesuskind. Wenige Wochen davor war festgestellt worden, dass es sich um ein altes Gemälde von Wert handelt. Das Bild ist bis heute verschwunden. Das derzeitige Altarbild ist ein Druck aus neuerer Zeit. Der Altar wurde von J. Blaser geschaffen und ist aus der Zeit des Baus 1759. Die heutige Marmorierung des Altars wurde im Jahr 1976/1977 von Malermeister Lacroix hinzugefügt.

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